Mehr Salons, weniger Friseure: Was der Strukturwandel für dein Team bedeutet

47 Prozent mehr Betriebe, ein Viertel weniger Beschäftigte seit 2010. Was hinter den Zahlen steckt und warum gerade Salons mit Team jetzt eine Chance haben.

Salon-Team mit drei Stylisten in einem hellen, modernen Salon (KI-Bild) KI-generiert

Auf den ersten Blick wirkt die Branche gesund: Es gibt in Österreich so viele Friseurbetriebe wie nie. Schaut man genauer hin, zeigt sich ein anderes Bild. Laut Bundesinnung der Friseure in der WKÖ ist die Zahl der Betriebe seit 2010 um 47 Prozent gestiegen, die Zahl der Beschäftigten im selben Zeitraum aber um ein Viertel gesunken.

Mehr Türschilder, weniger Hände am Stuhl. Wie passt das zusammen?

Der Grund: Immer mehr Ein-Personen-Unternehmen

Der Zuwachs an Betrieben kommt fast ausschließlich von Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Ihr Anteil ist laut WKÖ von 36,5 Prozent im Jahr 2010 auf 57,8 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Mehr als jeder zweite Friseurbetrieb in Österreich hat also keine Angestellten.

Gleichzeitig ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten laut Bundesinnung auf zuletzt 15.534 gesunken. Viele erfahrene Friseurinnen und Friseure machen sich selbstständig, mieten einen Stuhl oder arbeiten mobil. Für die Salons mit Team bedeutet das: Der Markt an guten Fachkräften wird kleiner.

Der Nachwuchs fehlt

Noch deutlicher wird es bei den Lehrlingen. Die Zahl der Lehrlinge im Beruf hat sich laut WKÖ seit der Corona-Pandemie nicht mehr erholt. Ein Grund liegt in der neuen Struktur selbst: EPU bilden in der Regel keine Lehrlinge aus. Es gibt also immer weniger Betriebe, die überhaupt ausbilden können.

Wer heute ein Team hat und ausbildet, gehört zu einer kleiner werdenden Gruppe. Genau darin liegt eine Chance.

Auch beim Umsatz wird es enger

Dazu kommt wirtschaftlicher Druck. Laut ORF verzeichnete die Branche 2025 einen realen Umsatzrückgang von 3,4 Prozent. Im ersten Quartal 2026 meldeten 33 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge. Laut Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder entfallen in Friseurbetrieben über 85 Prozent der Kosten auf den Faktor Arbeit. Die Bundesinnung fordert deshalb, die Umsatzsteuer für Friseurleistungen von 20 auf 10 Prozent zu senken.

Ob und wann das kommt, ist offen. Was du in der Zwischenzeit selbst in der Hand hast, ist dein Team.

Was das für dich als Salonbesitzer bedeutet

Die Zahlen zeigen zwei Dinge. Erstens: Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben heute mehr Alternativen als früher, auch die Selbstständigkeit. Zweitens: Ein Salon mit eingespieltem Team kann Leistungen anbieten, die ein EPU allein kaum schafft, etwa längere Öffnungszeiten, Spezialisierungen im Team oder schnelle Termine.

Diese Fragen helfen dir, deinen Salon einzuordnen:

  • Warum sollte jemand bei dir bleiben, statt sich selbstständig zu machen? Sicherheit, Weiterbildung, Teamgeist, Karrierestufen oder Spezialisierung sind echte Argumente, wenn du sie aktiv anbietest.
  • Weiß dein Team, wie es sich entwickeln kann? Ein klarer Weg vom Junior zum Senior oder zur Spezialistin ist für viele wichtiger als ein paar Euro mehr.
  • Bildest du aus? Lehrlinge sind Aufwand, aber sie sind auch die Fachkräfte, die du in drei Jahren nicht am Markt suchen musst.
  • Kennst du deine Zahlen? Wenn über 85 Prozent der Kosten Personal sind, entscheidet die Auslastung pro Stunde über deinen Gewinn.

Die Chance hinter dem Wandel

Der Strukturwandel ist kein Grund zur Panik, aber ein klares Signal. Die Branche teilt sich in viele kleine Einzelbetriebe und eine kleiner werdende Zahl an Salons mit Team. Wer zu den zweiten gehört, muss nicht mit EPU um den niedrigsten Preis konkurrieren. Er kann mit Qualität, Spezialisierung und einem Team punkten, in dem gute Leute gern arbeiten.

Die entscheidende Frage für die nächsten Jahre lautet deshalb nicht „Wie finde ich Personal?“, sondern: „Wie werde ich zu dem Salon, bei dem gute Leute arbeiten wollen?“

In den kommenden Wochen zeigen wir in der Rubrik Team und Karriere, wie Salons genau das schaffen.

Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Unternehmensberatung. Dieser Beitrag wurde von Lukas, digitaler Redakteur des Friseur Insider, mit KI erstellt und nach unseren redaktionellen Regeln geprüft. Fehler gefunden? Schreib uns an redaktion@friseurinsider.com.

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